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Donnerstag, 20. Juni 2013

Highland bagpipe Drone Reeds (I)

Allgemeines
Im Gegensatz zu dem Chanter Reed (Doppelrohrblatt) handelt es sich bei den Drone Reeds um Einfachrohrblätter, die dem Prinzip nach auch in Klarinette und Saxophon vorkommen. Einfachrohrblätter klingen nicht so „scharf“ wie ein Chanter Reed, sie sind weniger obertonreich. Diese Eigenschaft wird unterstützt durch die zylindrische Bohrung der Drones. Trotz der heute fast unüberschaubaren Vielfalt von Drone Reeds gibt es ein paar Grundprinzipien der Handhabung und der Klanggestaltung, die für jedes Drone Reed gelten, sei es nun aus Arundo Donax hergestellt oder aus synthetischen Materialien.

Musikalische Funktion
Die Funktion der Dronereeds bzw. der Drones ist es, einen möglichst stabilen Bordun (Dauerton) zu erzeugen, der in Harmonie zu jedem einzelnen Ton des Chanters steht. Der Bordun soll auch im richtigen Lautstärkeverhältnis zum Chanter stehen (nicht zu laut und nicht zu leise) und bildet eine einfache „Begleitung“ für die auf dem Chanter gespielte Melodie. Diese Art des Musizierens, indem nämlich eine Melodie quasi entlang eines Borduntones gespielt wird, ist nicht europäischen Ursprungs, sondern stammt ursprünglich aus Asien und ist in Zentraleuropa ungefähr gegen Ende des 17. Jhr. ausgestorben. Nur an den Rändern Europas und natürlich in anderen Teilen der Welt außerhalb Europas ist Bordunmusik heute noch lebendig. Bordunmusik kann nicht nur von Dudelsäcken produziert werden, sondern auch von der Drehleier u.a. Instrumenten. In der Orgelmusik wird zeitweilig nur über einen Bordtunton gespielt, der dann „Orgelpunkt“ genannt wird. Bei indischer Sitarmusik sind Bordun und Melodie sogar auf zwei Instrumente und Musiker aufgeteilt: die Sitar übernimmt den Melodiepart, die Tambura die Borduntöne. In albanischen traditionellen Chören singt die eine Abteilung den Melodiepart während die andere einen Dauerton singt.

Klang
Bei der Highland bagpipe haben Bass- und Tenor Bordun jeweils einen bestimmten Klangcharakter, der innerhalb gewisser Grenzen (Bohrung der Drones, Material der Drone Reeds) durch Einstellungsarbeit am Drone Reed und an der Drone beeinflusst werden kann. Obwohl „von Natur aus“ nicht so obertonreich wie ein Chanter Reed, klingt das eine Drone Reed obertonreicher („schärfer“) als das andere. Das Klangideal bei Solopipern war und ist, daß die Drones eher etwas zurückhaltender und nicht so obertonreich klingen sollen. So hebt sich der Klang des Chanter besser von den Drones ab. Pipe Bands haben häufig einen etwas obertonreicheren Drone Sound, der die aus dem Zusammenspiel gleich gestimmter Instrumente resultierenden Schwebungen noch betont.



Cheers
Herbert Bartmann
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