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Dienstag, 28. Mai 2013

Highland bagpipe Chanter Reed (V)

Wenn das Chanter Reed zu hart ist...

... mit Daumen und Zeigefinger drücken
wir nehmen den Chanter aus dem Stutzen, lassen das Reed aber im Chanter und drücken mit Daumen und Zeigefinger leicht oberhalb der „Schulter“ des Reed (oberhalbs des ersten Drittels oberhalb der Metallhülse). Der Druck sollte nicht zu stark sein. Das bewirkt, das die Blätter vorübergehend etwas zusammengedrückt werden. Dadurch strömt weniger Luft durch die Blätter und sie sind folglich leichter zu spielen. Diese Methode kann man während der Einspielphase eines Blattes vorm Spielen anwenden.

... schaben
Meiner Erfahrung nach kann Schaben auf der Schulter das Reed leichter machen. Das Schaben nahe der Lippen kann die Töne der oberen Hand erhöhen und das Blatt ebenfalls leichter machen. In der Mitte des Reeds schabe ich nur zu den Rändern hin.

Das Reed sollte vor dem Schaben knochentrocken sein.
Man sollte sehr feines Schmirgelpapier nehmen.
Man sollte immer nur ein bisschen abschaben. und dann das Ergebnis in den Pipes ausprobieren.
Man sollte immer auf beiden Blättern ungefähr gleich viel wegschaben.
Nach jedem Schaben sollte man das Reed erstmal spielen und ihm Gelegenheit geben, sich zu „setzen“.

Einspielen

Dieser über Wochen dauernde Prozess sollte regelmässig für etwa 10-15 Minuten stattfinden. Am besten, man hat einen zweiten Chanter, in dem das einzuspielende Reed drin bleiben kann und bei Nichtgebrauch mit einer Reedkappe geschützt wird. So muß man nicht ständig altes und neues Reed bei seinem einzigen Chanter wechseln.
Ein nagelneues Reed sollte man kurz mit Wasser anfeuchten, aber nicht minutenlang in Wasser einweichen.



Cheers
Herbert Bartmann
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Dienstag, 21. Mai 2013

Highland bagpipe Chanter Reed (IV)


4. Check nach akustischen Gesichtspunkten (Test mit Chanter in den Pipes mit verkorkten Drones)

Wir fassen den Chanter an dem runden Halbkreis unterhalb des Zapfens (in dem das Reed sitzt) an -und nicht etwa am unteren Ende unterhalb des Low G, das gilt besonders für Chanter aus Holz. Mit einer Drehbewegung stecken wir den Chanter in den Stutzen (Stock) und drehen ihn auf die richtige Position. Dazu haben wir uns vorher eine Markierung auf dem Chanterstutzen gemalt/geritzt/geklebt, die genau gehenüber dem High A Loch des Chanters sitzen sollte.

Wir spielen das neue Reed in den Pipes mit verkorkten Drones: Stimmen die Intervalle?
Wenn wir unseren Ohren und dem gleichmässigem Spieldruck trauen können:
-wir vergleichen das High A mit dem Low A (Oktave) und das High G mit dem Low G (Oktave).
-wir vergleichen das Low A mit E (Quinte) und C (Terz).
-wir vergleichen das Low G mit D (Quinte) und B (Terz).

Ist der Spieldruck einigermassen bequem?
Ist das evtl. vorhandene Krächzen bei High A und High G nicht zu stark? Wenn zu stark, wieviel Druck muss ich aufwenden, um einen reinen, krächzfreien Ton zu erzeugen?

5. Check nach akkustischen Gesichtspunkten (Test mit Chanter in Pipes und einer Tenor Drone)

Wir stimmen die Tenor drone zu dem Low A im Chanter und vergleichen die anderen Töne des Chanters mit der Tenordrone.
Wir spielen jeden Ton der folgenden Tonfolgen lang, damit wir den Zusammenklang mit der Tenordrone hören: 
Low A-C-E-High A,
F-D-Low A-D,
B-Low G-B-D 
E-C-Low A

Cheers
Herbert Bartmann
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Montag, 13. Mai 2013

Highland bagpipe Chanter Reed (III)


3. Check nach akustischen Gesichtspunkten (Test mit Chanter im Mund)

Man fässt das Reed am unteren Ende der Metallhülse an und setzt es in die Reedöffnung des Chanters. Man achtet auf festen Sitz und darauf, daß das Reed aufrecht und gerade im Chanter sitzt.

Man nimmt den Chanter, stecke Reed bis zum Anfang der Wicklung in den Mund und blase kräftig und mit gleichmässigem Luftstrom rein.
Klangqualität: der Ton sollte voluminös, kräftig und brilliant sein. Der Chanter sollte unter den Fingern vibrieren. Ein leichtes Krächzen auf High G und besonders High A ist akzeptabel.

Stimmen die Intervalle?
Wenn wir unseren Ohren und dem gleichmässigem Blasdruck mittels Mund trauen können:
-wir vergleichen das High A mit dem Low A (Oktave) und das High G mit dem Low G (Oktave).

Sind High A und das High G im Vergleich zu ihren tiefen Verwandten zu hoch, nehmen wir das Reed (an der Metallhülse anfassend) aus dem Chanter, wickeln etwas gewachstes Hemp (das sorgt für festeren Sitz-besonders in Plastik Chantern) auf das Ende der Metallhülse (das Ende, was in den Chanter gesteckt wird) und stecken das Reed wieder in den Chanter. Das Mehr an Hemp bewirkt, das das Reed weniger weit in dem Chanter sitzt, die Luftsäule (das ist die Strecke zwischen gegriffenem Ton unten und die Lippen des Reed oben) länger und somit die Gesamttonhöhe des Chanter etwas tiefer wird. Die Töne der oberen Hand werden im Verhältnis zu den Tönen der tieferen Hand etwas tiefer.

Sind High A und das High G im Vergleich zu ihren tiefen Pendants zu tief, nehmen wir das Reed (an der Metallhülse anfassend) aus dem Chanter, entfernen etwas Hemp am Ende der Metallhülse (das Ende, was in den Chanter gesteckt wird) und stecken das Reed wieder in den Chanter. Das Weniger an Hemp bewirkt, das das Reed tiefer in dem Chanter sitzt, die Luftsäule (das ist die Strecke zwischen gegriffenem Ton unten und den Lippen des Reeds oben) kürzer und somit die Gesamttonhöhe des Chanter etwas höher wird. Die Töne der oberen Hand werden im Verhältnis zu den Tönen der tieferen Hand etwas höher.

(Fortsetzung folgt)



Cheers
Herbert Bartmann
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Mittwoch, 8. Mai 2013

Highland bagpipe Chanter Reed (II)

Das Chanter Reed

Das Chanter Reed besteht aus zwei aus Arundo Donax (ein in Mittelmeerländern wachsendes dickes, bambusartiges Schilfrohr) geschnittenen Blättchen, die auf eine Metallhülse gebunden werden.

Die Blättchen können
-gerade geschnitten sein, d.h. von der Stelle aus, wo sie die erste Wicklung an der Metallhülse befestigt bis hin zu den „Lippen“ (dort, wo die Blättchen eine ovale Öffnung bilden, durch die Luft strömt) sind sie glatt und gerade geschnitten.

-mit Stufe geschnitten sein, d.h. von der Stelle aus, wo sie die erste Wicklung an der Metallhülse befestigt bis zu etwa einem Drittel des Wegs (Schulter) hat man einen Höcker stehen lassen. Ab dem Höcker bis zu den Lippen werden die Blätter deutlich dünner.

Man fässt das Reed immer nur an der Metallhülse an.

1. Check nach optischen Gesichtspunkten

Das Reed sollte von einem in der Szene bekannten und anerkannten Reedmaker stammen. Es sollte ordentlich und sauber aussehen: 
-Ist die Wicklung auf der Metallhülse gleichmäßig und fest?
-Sind die Blätter unbeschädigt (sind die Ecken an den Lipen noch dran?)
-Sind die Blätter gleichmäßig geschnitten? (gleicht die Form des Blättchens oben der des Blättchens unten?)
-haben die Lippen des Reed eine gleichmäßig ovale Öffnung?

2. Check nach akkustischen Gesichtspunkten (Test ohne Chanter im Mund)

Beim Reedkauf vor Ort gibt ein erster akkustischer Test Auskunft über die Qualität des Reed:
- man fasse das Reed an der Metallhülse an und stecke die Blättchen bis zum Anfang der Wicklung in den Mund und blase kräftig rein

-Wenn das Reed nur schwerlich einen Ton von sich gibt, ist es zu „hart“.
-Wenn das Reed sehr leicht einen Ton vonsich gibt, ist es zu „leicht“.
-Wenn das Reed mit „mittlerer Kraft“ einen voluminösen Ton mit einem Krächzen von sich gibt, der Metallhülse und Deine Lippen zum Vibrieren bringt, kommt es in die engere Wahl.

(Fortsetzung folgt)


Cheers
Herbert Bartmann
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Montag, 6. Mai 2013

Highland bagpipe Chanter Reed (I)

Allgemeines

Die bei der Highland bagpipe vorzufindenende Kombination von einem konisch gebohrten Chanter (das heißt, die Bohrung verjüngt sich nach oben bzw. verbreitert sich unten) und einem Doppelrohrblatt sorgt nicht nur für den typischen Klang dieses Chanters sondern im schlimmsten Fall dafür, daß der Klang auch schön schrecklich sein kann. Neben einer guten Fingertechnik ist auch das Wissen um den richtigen Umgang mit Reeds  und Chanter Voraussetzung für einen guten Klang des Instruments.

Alle Blasinstrumente, die die Merkmale konische Bohrung plus Doppelrohrblatt aufweisen, haben einige allgemein gültige Eigenschaften:

1. Die tiefen Töne sind lauter als die hohen (Nicht umsonst gibt es in der Highland bagpipe Musik so viele Verzierungen mit dem relativ lauten Low G. Gleichzeitig wird das leise High A häufig als „Tontrenner“ benutzt, d.h. kurz zwischen tiefere Melodietöne geschoben, um diese zu trennen. Dadurch entsteht der Eindruck eines Staccatos.)

2. Je höher die Töne, desto mehr müssen wir „stützen“ (wie die Sänger sagen), um gut intonieren (den Ton in der richtigen Tonhöhe „treffen“ und halten) zu können. Nach oben hin wird die schwingende Luftsäule immer kürzer und enger, kleinste Schwankungen bei der Luftzufuhr werden sofort hörbar.

3. Neue Saiten für eine Gitarre kann man unbesehen kaufen, sie werden 100 % auf jeder Gitarre funktionieren. Ein „Reed-Chanter-Päärchen“ ist einzigartig und muss von dem „Endverbraucher“ erstmal gefunden werden. Das eine qualitativ gute Reed, was mit dem einen qualitativ guten Chanter wunderbar harmoniert, kann in dem anderen qualitativ guten Chanter eine Katastrophe sein. Trotz guter „Ausgangsprodukte“ bleibt dem Piper nicht erspart, die für ihn optimale Reed-Chanter-Kombination zu finden und diese für sich optimal einzurichten.

Bevor es ans „Kombinieren“ geht, benötigen wir erstmal gute „Ausgangsprodukte“.
Um Zeit, Ärger und - auf lange Sicht gesehen - Geld zu sparen, versorgen wir uns mit einem Chanter und einer Handvoll Reeds, die von Leuten hergestellt wurden, die in der „Szene“ einen Namen haben. Wir lassen die Finger von Instrumenten und Zubehör, deren Herkunft nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann und die häufig einen so verdächtig niedrigen Preis haben, mit dem ein seriöser Hersteller qualitativ guter Produkte nicht überleben könnte.

(Fortsetzung folgt)


Cheers
Herbert Bartmann
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Tipps zum Erlernen des Notenlesens


Das Lesen lernen von Noten ähnelt in mancher Hinsicht dem Lesen eines Textes in einer uns noch fremden Sprache, die wir erlernen wollen.

Zuerst sind wir gezwungen, einzelne Wörter mühsam zu buchstabieren, bald erkennen wir schon ganze Wörter. Mit noch mehr Erfahrung erfasst unser Auge bereits größere Teile von Sätzen, bis wir schließlich ziemlich schnell Bedeutung und Sinn größerer Abschnitte erfassen.

Am Ende sehen wir auf einen Blick, ob es sich um einen politischen Kommentar oder um ein Kochrezept handelt.

Lernen tun wir dies umso schneller, indem wir etwa nicht unter jedes Wort die Übersetzung schreiben, sondern in dem wir uns immer wieder mit dem Neuen konfrontieren und dadurch lernen, mit dem Neuen umzugehen und immer ein kleines bisschen mehr zu verstehen.

Beim Notenlesen sollten alle vier Sinneseindrücke beteiligt sein:

-das Auge liest vorausschauend das, was da auf die Finger zukommt
-die Finger führen den Griff aus, sobald das Auge erkannt hat, um was es geht
-gleichzeit blasen wir in unser Instrument
-und unsere Ohren hören das Ergebnis.

sehen-greifen-Ton erzeugen (blasen/streichen/zupfen/schlagen)-hören

Noten lesen lernen wir nur, wenn wir uns möglichst täglich mit einer zunächst kleinen Portion immer neuer neuer Notentexte befassen. Sobald wir sie einmal gelesen haben, kommen sie in den Papierkorb, denn am nächsten Tag brauchen wir wieder neues Material. Denn nur das Unbekannte bietet uns die Möglichkeit, zu üben. (Bereits gespieltes kennen wir schon sehr bald zu gut, das sollten wir dann besser auswendig lernen, uns zu eigen machen, anstatt weiter auf bereits bekannte Noten zu starren. Das hält uns nur vom Spielen ab... )

Wenn ich vor einem mir neuem Stück sitze, versuche ich zunächst,
-langsam von vorne bis hinten durchkommen
Dabei ignoriere ich eventuelle Fehler, höre darum nicht auf zu spielen. Ich erlaube den Fehlern einfach nicht, mich zu unterbrechen,
-die Finger folgen den Augen, nicht umgekehrt. Das erfordert zum Teil extrem langsames spielen.
-Notenwerte (Rhythmik) spielen zunächst keine Rolle, Alle Töne z.B. gleich lang spielen.

Am Ende angekommen, versuche ich das ganze nocheinmal. Sollten bestimmte Fehler immer wieder passieren, schaue ich mir diese genauer an.



Cheers Herbert BartmannDudelsackkurse.deLern-Gutscheine & Anfänger SetsCD-Shop • Facebook


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