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Montag, 31. Januar 2011

Schottland Reisen und Dudelsackmusik...

Während eines Urlaubs in Schottland läßt sich natürlich am besten die Lebendigkeit der schottischen Dudelsacktradition nachvollziehen. Im Ausland als bloße Klischees wahrgenommen, entpuppen sich vor Ort der Whisky, die Glens und Bens, der Kilt ("Schottenrock") und der Dudelsack als authentische Facetten eines traditionsbewußten Landes.
Damit es in den Ferien nicht bei der Begegnung mit einem vom Scottish Tourist Board engagierten Dudelsackspieler vor pittoresker Kulisse bleibt, ist es ratsam, sich vor der Reise nach Schottland schon mal zu informieren, was in der dortigen Dudelsackszene in der kommenden Saison so passieren wird.
Veranstaltungen mit Dudelsackmusik gibt es das ganze Jahr. Im Sommer (so ca. Mai bis August) kann man zahlreiche Highland Games besuchen, auf denen meist auch Piping Competions (Dudelsackwettbewerbe) stattfinden - Solo Piping und/oder auch Band Piping. Große Solo Piping Events sind das Argyllshire Gathering in Oban und das Northern Meeting in Inverness. Solopiping der Spitzenklasse! Als Abschluß der Competition Season wird die Glenfiddich Championship in Blair Atholl angesehen. Gesponsort von der gleichnamigen Whisky Distillery werden dort die Top-Ten-Piper der Saison eingeladen. Im Herbst findet dann noch das mittlerweise etwas angestaubte und - für meinen Geschmack - zu militärisch-martialische Military Tatto in Edinburgh statt. Moderner und auf jeden Fall spannender ist das jährliche Piping Live Festival in Glasgow, welches immer im Rahmen der World Pipe Band Championships stattfindet. Dort können sich Tradition und Moderne wunderbar ergänzen.
Wer nähere Infos zu den einzelnen Events haben möchte, sollte sich mit dem College of Piping oder dem National Piping Centre, beide in Glasgow, in Verbindung setzen.



Cheers 
Herbert Bartmann 

Warum Practice Chanter?

Was ist ein Practice Chanter und warum erst monatelang ausschließlich auf dieser Übungsspielpfeife spielen?
Nun, das ist eine Besonderheit beim schottischen Hochlanddudelsack. Dudelsack lernen heißt dort zunächst, die spezielle Fingertechnik zu erlernen und ausführen zu können. Würden Sie das gleich auf dem "richtigen" Dudelsack (also mit Bordunpfeifen, Sack und allem drum und dran) probieren wollen, wäre das so, als hätten Sie in der ersten Fahrstunde gleich einen LKW mit Anhänger rückwärts einparken müßen... Man wäre also total überfordert, alle Bewegungsabläufe gleichzeitig zu bewältigen: eben die besagte Fingertechnik beherrschen (zum Spielen der Melodien notwendig), den Luftdruck gleichmäßig halten (Pusten und Drücken) und vorher die Bordune zu stimmen (das sind die drei großen, auf der Schulter ruhenden Pfeifen, die den Dauerton - den "Bordun" - erzeugen). Und noch ein wichtiger Grund: Anfänger sind konditionell gar nicht in der Lage, gleich von Anfang gleichmäßig und kraftvoll in den Luftsack zu pusten. Das lernt man nach und nach beim Üben auf dem Practice Chanter, der auch schon einigermaßen Puste benötigt - so sagen jedenfalls die Anfänger.
Hat man da ein paar Monate drauf gespielt, ist die Kondition schon besser.


Und es hat noch was Gutes: Sie müssen nicht gleich am Anfang so. ca. EUR1500,00 für eine gute Highland bagpipe ausgeben. Es bleibt erstmal bei den überschaubaren Kosten für einen Practice Chanter, dem Lehrbuch und dem Unterricht.


Weiteres zum Thema "Sackpfeife lernen" demnächst! 



Cheers 
Herbert Bartmann 

Sonntag, 30. Januar 2011

Schottischen Dudelsack lernen...

...und was ein Anfänger dafür in den ersten zwölf Monate benötigt:


• Einen Lehrer


• Einen guten Practice Chanter (Übungsspielpfeife) von einem schottischen Hersteller. Aus Plastik (was völlig ausreichend ist) ab ca. EUR40,00 oder einen aus Holz (aus Grenadille zumbeispiel) für ca. EUR80,00 bis EUR100,00.


• 2-3 Ersatzrohrblätter (Reeds) aus Plastik, die auf diesen Practice Chanter abgestimmt sind.


• Eine Rolle gewachstes gelbes Hanfband (Waxed Yellow Hemp) zum gelegentlichen Erneuern der Wicklung.


• Ein Lehrbuch. Zumbeispiel die deutsche Übersetzung des College of Piping Tutor Band 1 („der Grüne“). Enthält eine Begleit-CD.


Was man in den ersten 12 Monaten NICHT braucht, ist ein schottischer Hochlanddudelsack. Dieser wird erst dann angeschafft, wenn die Fingertechnik auf dem Practice Chanter beherrscht wird!


Und jetzt noch ein Spartipp:
Kaufen Sie nicht voreilig Instrumente, die zu verdächtig niedrigen Preisen angeboten werden. (Das gilt übrigens auch für Practice Chanter). Denn billig im Preis ist auch billig in der Qualität... Optisch sind die Dudelsäcke aus Billiglohnländern wie Pakistan  meistens an der hellbraunen Holzfarbe und an dem roten Karomuster (häufig Royal Stewart) des bag cover (Stoffbezug des Ledersacks) zu erkennen.


Weiteres zum Thema "bagpipe lernen" demnächst!



Cheers 
Herbert Bartmann